Darmstadt, mer wern disch vermisse!

Anfangs, nach 2 anstrengenden Tagen, denkt man sich ‘Whooaschi, noch 30 weitere anstrengende Drehtage!’. Wie soll das nur gut gehen? Dann purzeln die Tage dahin. Man steht auf, steigt verpennt in die Dusche und geht auf Arbeit. Dort angekommen, gedanklich irgendwie noch im Bett, pumpt man sich erst mal mit 2 Tassen viel zu heissem Kaffee voll und versucht sich für den Drehtag zu sammeln.
Tagein Tagaus steht man sich dann mit ca. 50 anderen Mitstreitern hier und da die Beine in den Bauch. Es wird in engen Bussen, Garagen und düsteren Kaschemmen gegessen, in kalten Frühlingsnächten auf Bahnhöfen gefroren, stillschweigend in stinkenden kleinen Zimmern bei einer Tonaufnahme ausgeharrt, nach 14 Stunden harter Arbeit im Kino auf eine Vorführung des gedrehten Materials gewartet, nächtelang total nüchtern auf Partys und Konzerten abgehangen, mit Licht, Kamera und sonstigem Equipment über den Frankfurter Flughafen getrottet, auf 10m Sprungtürmen gesonnt, mit Studenten in der Unibibliothek gelernt, nachts in der Fussgängerzone auf und ab gestreunt, mit dem Fahrrad durch dichtes Schneegestöber gefahren, durch wilde Stativemeere Garten geschlängelt, an Ausfallstrassen auf vorbeidonnernde Lastwägen gelauert, unübersichtliche Wegbeschreibungen studiert, 700 Komparsen zusammengetrommelt und versorgt… und und…
Dann gibt es auch so etwas wie freie Tage. Man pennt aus, dreht sich zwei mal um und pennt noch ein bisschen. Endlich ausgeschlafen begibt man sich zum bummeln in die City und trifft dort..? Genau! Die, die man jeden Tag, die ganze Woche über trifft.
So gehts dahin. Tag für Tag. Woche für Woche.
Und genauso plötzlich wie dieser Absatz hier anfängt ist schon wieder Abschlussfest. Abgedreht, alles im Kasten, alles vorbei! ‘Whooaschi’ denkt man sich, 6 Wochen wieder rum. Irgendwie ne anstrengende aber gute Zeit gehabt! Hier in Darmstadt!
Seit Montag sind die meisten von uns wieder in alle Richtungen Deutschlands nach Hause unterwegs. Vielleicht trifft sich der ein oder andere mal privat, gegebenenfalls trifft man den einen oder anderen auf dem nächsten Job, so schön wie diesmal wird´s aber wahrscheinlich nie wieder werden.
“Darmstadt, mer wern disch vermisse!”
Auch ich verabschiede mich hiermit offiziell von meinen treuen Lesern. Heute fahre auch ich gen Heimat. Nicht immer hatte ich die Muße nach 12 Stunden im Schneideraum, wo mein eigentlicher Arbeitsplatz war, ans Set zu fahren und Material für diesen kleinen Blog zu sammeln, aber ich hoffe es hat wenigstens so hin und wieder ein bisschen Freude bereitet. Mir hat´s sehr viel Spass gemacht!
Servus und ba ba, sagt der
flo








Am 22. Mai 2008 um 13:25 Uhr
Da hat man ja beinahe Pipi in den Augen, wa? (:
Alles Gute - allen!
Am 22. Mai 2008 um 14:37 Uhr
Habe all die sechs Wochen euere Arbeit verfolgt-hat Spaß gemacht- hoffe der Film wird ein riesiger Erfolg.Was macht der 426.Platz???
Freue mich auf’s Kino….
Am 22. Mai 2008 um 14:49 Uhr
ich werde den Blog vermissen.
Das hier war Kino zum mitmachen
Mit Spannung warte ich auf den Film und wünsche alles Gute.
Am 22. Mai 2008 um 17:10 Uhr
Ach Flo,
was für schöne Abschiedsworte! Noch mal vielen Dank für die wahnsinnig intensive und tolle Vaterschaft für unseren Blog - ich war ja Hauptnutznieser…das volle Audimax der Höhepunkt. Vielen Dank für alles, pass gut auf dich auf und bis recht bald…
Andrew
Am 22. Mai 2008 um 22:41 Uhr
Und Darmstadt wird EUCH vermissen!!! Ich glaube Darmstadt hätte nichts geileres passieren können, als euch hier bei uns zu haben… aaachja, die Partyszene bei Bernd und Momo, noch nie hatten wir soviel Spaß beim Tanzen ohne Musik (nicht dass wir das öfter machen würden).
Jedenfalls grüßen ‘’Die Ramones'’das gesamte Team und ganz besonders die ‘’Klappe'’
Am 11. Juni 2008 um 15:52 Uhr
der dreh war in darmstadt? mensch, wie bitter! hätte ich das gewusst!